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Expo 2000

 

Expo 2000

Was blieb 15 Jahre nach der Expo 2000 übrig?

Sie machte Hannover in der ganzen Welt bekannt, die Expo 2000. An 153 Tagen fand die erste Weltausstellung in Deutschland statt. Sie hatte für die Region Hannover und Niedersachen unschätzbare Effekte hervorgerufen. Allein die direkten Gesamtinvestitionen aus Anlass der EXPO 2OOO betrugen knapp 4 Mrd. Euro.

Hier eine Auflistung und bildliche Dokumentation der Pavillons welche verlassen und leider zum Teil schon abgerissen sind.  


Holländischer Pavillon

Der Holländische Pavillon

Der Holländische Pavillon

Der 42 Meter hohe Holländische Pavillon rag­te zur Expo weit sichtbar über das Gelände und war zugleich der höchste Pavillon der Expo 2000. Er wollte mit gestapelten Landschaften zeigen, wie man auf engstem Raum ökologisch bauen kann. Ein Aufzug führte die Besucher zum Dach mit Wasserlandschaft und neuartigen Windrädern, die einen Teil der Energie für den Pavillon liefer­ten. Durch die Außentreppen gelangte man in ein Stehkino in der vierten Etage. Auf der dritten Ebene wurde in luftiger Höhe ein Wald gepflanzt. Seine Wurzeln sollten für das Netz aus Wegen, Häfen, Kanälen und Unternehmen Hollands stehen. Im ersten Stock wartete der Pavillon mit einem blühenden Blumenfeld auf. Obwohl der Pavillon von einem Investor gekauft wurde, steht er seit der Expo ungenutzt leer und verfällt.


Litauischer Pavillon

Litauischer Pavillon

Litauischer Pavillon

Der litauische Pavillon, ein großer gelber Blech­kasten der für die Expo 2000 in Hannover errich­tet wurde, erinnert stark in Form und Design an die siebziger Jahre. Tritt man näher an das Bauwerk heran, kann man erkennen, dass es sich bei der Konstruktion um die Form eines Flugzeug­flügels handelt.  Die Republik Litauen feierte zur EXPO 2000 eine Premiere: Zum ersten Mal beteiligt sich der süd­lichste und gleichzeitig größte baltische Staat mit einem eigenen Pavillon an einer Weltaus­stellung. Zentrales Thema auf der EXPO ist „Der Flug“. In einem in der Mitte der oberen Etage des Pavillons installierten, 28 Sitze fassenden Kinos wurden zur Expo Filme über Luftaufnahmen Litauens gezeigt. Von den zehn Computer-Terminals an denen man sich detaillierter über die kulturellen Wurzeln, die wissenschaftlichen Errungenschaften oder die wirtschaftlichen Daten Litauens informieren konnte ist nichts mehr zu sehen.  Nach der Expo wurde der Pavillon nicht weiter genutzt und steht seit dem leer.


Spanischer Pavillon

Spanischer Pavillon

Spanischer Pavillon

Die Überlegungen, in Hannover eine Weltausstellung auszurichten, gingen einher mit dem Ziel, den Messestandort auszubauen. Da die herkömmlichen Weltausstellungen als nicht mehr zeitgemäß galten und die Stadt eine neue Form der Weltausstellung entwickeln wollte, kam der Aufsichtsrat der Messe zu dem Konsens, eine Weltausstellung zum Thema „Mensch – Natur – Technik“ auszurichten, die nicht nur ein temporäres Ereignis ist, sondern ein bestehendes Gelände und dessen Infrastruktur nutzt und gleichzeitig als Motor für die Stadtentwicklung von Hannover dient. Die Thematik umfasste den hehren Anspruch, sich mit Natur und Umwelt auseinanderzusetzen, mit Ressourcen sorgfältig umzugehen, den Menschen in den Mittelpunkt und gleichzeitig die Themen Nachhaltigkeit und Nachnutzung in den Vordergrund zu stellen. Der Rat der Stadt Hannover ließ 1992 eine Bürgerbefragung durchführen. Das Ergebnis – 51,5 Prozent für und 48,5 Prozent gegen die EXPO 2000 – war knapp. Dennoch: Die Planungen konnten beginnen. Noch auf dem Gelände und wohl Abrisskandidat ist der spanische Beitrag, entwickelt von Cruz y Ortiz aus Sevilla, der sich nach außen als großer Korkblock mit tiefen Zäsuren darstellt. Die zerklüftete äußere Geometrie des Gebäudes steht im Gegensatz zu der präzisen Form und Strenge der Innenräume und des Hofraumes, dem öffentlichen Platz. Spanien wollte seinen Pavillon als Kulturzentrum nutzen, hatte aber keine Unterstützung bei den Konzepten.


Türkischer Pavillon

Türkischer Pavillon

Türkischer Pavillon

Am 29. Februar 2000 wurde in Hannover mit den Bauarbeiten für den vom Büro Tabanlioglu Architecture & Consulting (Istanbul) geplanten Expo-Pavillon der Türkei begonnen (Türkischer Pavillon). Im November 1999 war die Zuständigkeit für die Weltausstellung vom türkischen Außen- zum Tourismusministerium gewechselt. Der bestehende Entwurf des Architekten A. Ragip Buluc (Ankara) wurde verworfen und ein völlig neues Konzept entwickelt. Im Dezember 1999 wurde dann schließlich das Büro Tabanlioglu mit der Planung beauftragt. Der zwischen den Bauten Norwegens und Schwedens gelegene türkische Pavillon ist als Referenz an die geographische Lage des Landes von einem Wasserbecken umgeben. Fünf kubische Baukörper addieren sich zu einer Länge von 60 Metern. Den Dachabschluß der 13 Meter hohen, als Glas-Stahl-Konstruktion ausgeführten Kuben bilden jeweils zwei gegeneinander verschobene Glaspyramiden. Die an drei Seiten des gläsernen Pavillons angebrachten Holzgitter bieten eine moderne Antwort auf das klassische Gittermotiv der osmanischen Architektursprache. Eine leicht ansteigende, parallel zum Pavillon verlaufende hölzerne Brücke führt an Ausstellungsplattformen vorbei, auf denen die verschiedenen Zivilisationen und kulturellen Epochen der Türkei dargestellt werden. Den Abschluss bildet eine aus dem Wasser ragende Leinwand, deren reflektierende Projektionen zu ein wichitger Blickfang für die Besucher werden sollen.


Polnischer Pavillon

Anderthalb Jahrzehnte nach der ersten und einzigen deutschen Weltausstellung schlägt auf Hannovers Expo-Gelände die Stunde der Abrissbirne. Ende August soll dort nach jahrelangem Rechtsstreit der polnische Pavillon dem Erdboden gleichgemacht werden. Aus der Traum einer Vietnamesin, darin ein Veranstaltungs- und Kulturzentrum einzurichten.

 

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