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Pyramiden (Spitzbergen)

 

Pyramiden (Spitzbergen)

Pyramiden (Spitzbergen): Einsam und allein schaut Wladimir Iljitsch Lenin auf den wohl nördichsten Lost Place der Welt, die Geisterstaft Pyramiden.

Pyramiden (russisch Пирамида, Piramida) ist eine mittlerweile aufgegebene Bergarbeitersiedlung auf Spitzbergen mit ehemals über 1000 Einwohnern. Aktuell beherbergt sie circa 17 Einwohner. 

Sie liegt am Billefjord, einem Ausläufer des Isfjord, etwa zwei bis drei Schiffsstunden nordöstlich von Longyearbyen, im sogenannten Dickson-Land. Der Ort verdankt seinen Namen der pyramidenartigen Form des gleichnamigen Berges, an dessen Fuß er liegt.

Pyramiden Spitzbergen

Pyramiden Spitzbergen

Reichhaltige Kohlevorkommen hatten die Sowjets in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts an diesen Ort geführt. Der Spitzbergen-Vertrag von 1920 gewährte Norwegen zwar die volle Souveränität über den Archipel Spitzbergen, allerdings erhielten die unterzeichnenden Nationen wie die Sowjetunion das Recht zur Ausbeutung von Bodenschätzen. 

Mitten im Kalten Krieg war Pyramiden als nichtmilitärischer Außenposten auf Nato-Territorium von geostrategischer Bedeutung. Erst 1997 beschloss Russland, die Kohleförderung an diesem Ort aufzugeben, der Abbau war zu kostspielig geworden. Die Bewohner kehrten heim in die Nachfolgestaaten der Sowjetunion, der Ort verfiel zur Geisterstadt – bewohnt von Eisbären, Möwen und den zurückgelassenen Katzen.

Lenin Statur Pyramiden

Lenin Statur Pyramiden

Auch heute noch wacht der Genosse Lenin an Pyramidens zentralem Platz über die Gebäude. Im Gegensatz zu vielen Orten im ehemaligen Ostblock wurde die Büste des Gründers der Sowjetunion in Pyramiden nicht entfernt. Das Haus der Kultur im Rücken, blickt Lenin auf das Schwimmbad, das Krankenhaus, die Minenverwaltung, einen Kindergarten und die Schule. Die meisten Besucher Pyramidens reisen für Tagesausflüge in die Geisterstadt. Wer länger bleibt, quartiert sich im Hotel Tulip ein. Dieses wurde inzwischen renoviert und ist das einzige Gebäude, welches heute tatsächlich genutzt wird. Seit etwa 2007 sind jeden Sommer eine Handvoll Arbeiter in Pyramiden tätig, die den Zerfall der Stadt verhindern sollen und vor Ort notwendige Reperaturen durchführen. Sie leben ebenfalls in dem alten Hotel. 

In dem ehemaligen Haus der Kultur war ein Kino, eine Bibliothek, eine Turnhalle mit Fitnessraum, ein Musizierzimmer und ein Ballettraum untergebracht. Alles vermittelt den Eindruck, als würden die ehemaligen Nutzer gleich wieder zurückkehren. 

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