Weltmeisterzug 1954
Tor, Tor, Tor, Tor!“ „Das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister“. Das Wunder von Bern ist perfekt. Am Tag nach diesem Riesenerfolg holte ein Zug die Nationalspieler in Bern ab, um sie nach München zu fahren. Am Bahnhof in Basel bekam der Zug von den Schweizer Eisenbahnern den Schriftzug „Fußball-Weltmeister 1954“ auf seine weinrote Außenwand geklebt. Deshalb wurde er seitdem nur noch „Weltmeisterzug“ genannt. Leider wurde der Originalzug in den 80iger Jahren durch die Deutsche Bahn verschrottet.
Das letzte Exemplar der Baureihe VT 08, das extra für den Kinofilm „Das Wunder von Bern“ originalgetreu umgebaut wurde, gammelt auf einem Abstellgleis vor sich hin.
Der Skandal

Weltmeisterzug_1954
Die Weltmeisterschaft war im Juni 2006 schon eröffnet, da schickte die Deutsche Bahn einen ganz besonderen Zug auf die Gleise. Durchs Land rollte laut Pressemitteilung fortan der „Original-Weltmeisterzug von 1954, mit dem die deutsche Nationalelf von Bern zurück nach München fuhr“. Genau der Zug also, mit dem die WM-Sieger um Fritz Walter am 5. Juli nach dem Finale aus der Schweiz nach Deutschland reisten.
Die Nostalgie des Bahnkonzerns in Bezug auf das „Wunder von Bern“ kam damals an. Ganze Fernsehsendungen wurden aus den Wagen gesendet, denn so viel greifbare Fußballgeschichte mit dem Prädikat „Original“ war ja sonst nicht mehr zu finden. Doch zwölf Jahre nach der Weltmeisterschaft in Deutschland stellt sich heraus: Die Geschichte der Bahn war offenbar zu gut, um wahr zu sein. Der Konzern gestand ein, dass es sich nicht um das Original handelte.
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