Das Terrassenhochhaus von Hannover
Terrassenhochhaus Hannover-Davenstedt: Ikonische Architektur der 1970er Jahre
Das Terrassenhochhaus im hannoverschen Stadtteil Davenstedt, oft auch als „Terrassenhaus am Wegsfeld“ bezeichnet, zählt zu den markantesten Wohngebäuden der Nachkriegsmoderne in Niedersachsen. Errichtet zwischen 1971 und 1973 nach den Plänen des Architekten Horst Küthe, verkörpert es eine innovative Form des Wohnens, die urbane Dichte mit hoher Lebensqualität vereinen sollte. Noch heute gilt das Gebäude als architektonisches Wahrzeichen von Hannover-Davenstedt und als spannendes Beispiel moderner Wohnkonzepte.
Die besondere Architektur des Terrassenhochhauses
Im Zentrum der architektonischen Gestaltung steht die namensgebende Terrassenbauweise. Anders als klassische Hochhäuser wurde das Gebäude stufenförmig konstruiert: Jede Etage ist gegenüber der darunterliegenden zurückgesetzt. Dadurch entsteht eine pyramidenartige Struktur, die dem Bau eine einzigartige Silhouette verleiht.
Diese Bauweise bietet mehrere Vorteile. Jede Wohnung verfügt über eine großzügige Terrasse, die als privater Außenraum dient. Gleichzeitig wird durch die abgestufte Form eine optimale Belichtung gewährleistet. Die Ausrichtung des Gebäudes sorgt dafür, dass die Wohnungen über den gesamten Tag hinweg von natürlichem Licht profitieren – ein entscheidender Faktor für Wohnkomfort und Energieeffizienz.
Wohnkonzept: Privatheit und Gemeinschaft im Einklang
Das Terrassenhochhaus in Hannover-Davenstedt überzeugt nicht nur durch seine äußere Form, sondern auch durch ein durchdachtes Wohnkonzept. Viele der Wohnungen sind als Maisonette-Einheiten gestaltet und über Laubengänge erschlossen. Die versetzte Anordnung sorgt dafür, dass Bewohner ihre Privatsphäre behalten, ohne auf die Vorteile eines gemeinschaftlichen Wohnens verzichten zu müssen.
Zusätzlich bietet das Gebäude verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Schwimmbad, eine Sauna und gemeinschaftlich nutzbare Flächen. Diese fördern das soziale Miteinander und verleihen dem Haus den Charakter eines „vertikalen Dorfes“, in dem mehrere hundert Menschen leben.
Fassadengestaltung und „hängende Gärten“

Terrassenhochhaus von Hannover
Ein weiteres architektonisches Highlight ist die Fassadengestaltung. Während die Ost-, Nord- und Südseiten eher geschlossen und funktional gehalten sind, öffnet sich die Westseite mit großen Glasflächen und begrünten Terrassen.
Die integrierten Pflanztröge ermöglichen individuelle Bepflanzungen und schaffen eine lebendige, grüne Fassade. Diese Besonderheit brachte dem Gebäude den Beinamen „Hängende Gärten“ ein. Die Kombination aus Beton, Glas und Vegetation sorgt für ein spannendes Wechselspiel zwischen Natur und Architektur.
Städtebauliche Bedeutung in Hannover
Das Terrassenhochhaus entstand in einer Zeit intensiver Stadtentwicklung, in der dringend Wohnraum geschaffen werden musste. Ziel war es, auf begrenzter Fläche möglichst viele Wohnungen zu realisieren, ohne dabei auf Freiräume zu verzichten.
Mit rund 220 Wohneinheiten und Platz für etwa 550 Bewohner ist das Gebäude ein Beispiel für effiziente Flächennutzung. Gleichzeitig zeigt es, wie durch innovative Architektur ein hoher Wohnwert trotz großer Dichte erreicht werden kann.
Fazit: Ein Meilenstein moderner Wohnarchitektur
Das Terrassenhochhaus in Hannover-Davenstedt vereint funktionale, soziale und ästhetische Aspekte auf eindrucksvolle Weise. Es steht exemplarisch für die experimentelle Architektur der 1970er Jahre und zeigt, wie neue Wohnformen die klassischen Hochhauskonzepte weiterentwickeln können.
Ob als „Betonkoloss“ oder architektonisches Meisterwerk – das Gebäude bleibt ein bedeutendes Beispiel moderner Architektur in Hannover. Für Architekturinteressierte und Stadtplaner ist das Terrassenhochhaus bis heute eine wichtige Referenz für innovatives Wohnen im urbanen Raum.