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Sanatorium Apolant

Sanatorium Apolant

Im Jahr 1906 ließ Edgar Apolant in Bad Kissingen an der Menzelstraße 8 sein nach ihm benanntes Sanatorium Apolant bauen, eine Kureinrichtung für innere Erkrankungen und Diätkuren. Das Sanatorium war bekannt für seine hochwertige medizinische Betreuung und seine idyllische Lage inmitten der malerischen Landschaft von Bad Kissingen.

Das in barockisierendem Jugendstil nach Plänen des Architekten Paul Schultze-Naumburg errichtete Stammhaus ist ein dreigeschossiger Mansardwalmdachbau mit erhöhtem Mittelrisalit und Zwerchhausgiebel. Die Gäste konnten in komfortablen Zimmern untergebracht werden und wurden von einem erfahrenen medizinischen Team betreut. Zu den angebotenen Therapien gehörten unter anderem Kuranwendungen, physiotherapeutische Maßnahmen und Ernährungsberatung.

Sanatorium_Apolant

Sanatorium_Apolant

Wegen wachsender Nachfrage wurde das Anwesen 1912/1913 um ein noch größeres Nachbargebäude ergänzt. Im Ersten Weltkrieg wurde das Sanatorium zum Reservelazarett erklärt. Im Jahr 1929 starb Edgar Apolant und sein Sohn Edgar Sigmund übernahm das väterliche Erbe.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 sah sich Edgar Apolant wegen seiner jüdischen Abstammung schon frühzeitig gezwungen, die Heimat zu verlassen, und emigrierte 1935 nach Amerika. Der Betrieb des Sanatoriums wurde allerdings bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939) fortgesetzt. Edgar Apolants Schwester Ella Apolant arbeitete hier als Empfangsdame. Am 15. September 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie im Jahr 1944 starb. 

Während des Krieges diente das inzwischen von den Nazis enteignete Sanatorium als Flüchtlingsheim. Nach dem Krieg kam das Haus unter treuhänderische Verwaltung.

Im Jahr 1955 übernahm die hessische Landesversicherungsanstalt, die heutige Deutsche Rentenversicherung Hessen, das Sanatorium in ganzjährigem Betrieb. Noch im selben Jahr wurden die beiden Apolant-Häuser durch einen zeitgenössisch-modernen Mittelbau verbunden. Drei Jahre später wurde der Nordgiebel durch einen dem Mittelbau ähnlichen Anbau verlängert. Beide Anbauten wurden ohne Rücksicht auf die vorhandene Gestaltung geplant, insbesondere durch den Verbindungsbau ging der Solitärcharakter der beiden Ursprungsgebäude verloren.

Nach mehr als 20-jähriger Nutzung gab die LVA Hessen das Sanatorium schließlich 1978 als Folge geänderter Geschäftspolitik im Rahmen einer Betriebsstättenkonzentration auf.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sanatorium_Apolant_(Bad_Kissingen)

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