KRH Klinikum Springe
Im Jahr 2012 feierte das KRH Klinikum Springe seinen 50. Geburtstag. Auf der Feier wurde betont, dass das Krankenhaus in der Region einen guten Ruf und eine hohe Akzeptanz habe. Keiner rechnete damals damit, dass das Krankenhaus bereits drei Jahre später schließen würde. Genau am 15. September 2015 war endgültig Schluss die letzten Patienten wurden aus dem KRH Klinikum Springe in das KRH Klinikum Robert Koch Gehrden verlegt.
Die Geschichte des KRH Klinikum Springe begann 1947, als der Landkreis ein behelfsmäßiges Krankenhaus im Jagdschloss Springe einrichten ließ. Zunächst war nur eine Station für innere Medizin mit 50 Krankenbetten vorhanden, deren Zahl sich dem einem Umbau im Jahre 1949 auf 105 Betten erhöhte. 1951 wurden 20 Betten für eine chirurgische Belegabteilung abgezweigt. Parallel dazu wurde eine Belegabteilung für Hals-Ohren-Heilkunde mit 5 zusätzlichen Betten geschaffen. Die behelfsmäßige Unterbringung brachte mit den Jahren zunehmende Probleme. Sowohl der bauliche Zustand der Gebäude als auch die vorherrschenden hygienischen Verhältnisse wiesen Mängel auf.
Im Februar 1957 beschloss der Kreistag des damaligen Landkreises Springe den Bau einen neuen Krankenhauses. Als Standort für den Krankenhausneubau war neben Springe auch Bad Münder im Gespräch. Am 20. Mai 1958 wurde vertraglich eine Verpflichtung mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) geschlossen. Das DRK solle nach sorgfältiger Planung und unter sparsamer Verwendung der ihm vom Kreis zur Verfügung gestellten Mittel ein allgemeines Krankenhaus errichten, einrichten und als gemeinnützige Anstalt betreiben.

KRH_Klinikum Springe
Am 15. Juli 1960 erfolgte die Grundsteinlegung. Bereits zwei Jahre später im Jahr 1962 wurde der Neubau mit 164 fertiggestellt. Die Einweihung der Gebäude fand am 22. Mai 1962 statt. Am 1. Juni 1962 wurden die ersten Patienten aufgenommen. Damals trug das Krankenhaus noch den Name „Deutsches Rotes Kreuz Krankenhaus des Landkreises Springe“. Die Baukosten beliefen sich umgerechnet auf Euro 2,35 Millionen Euro und für die weitere Einrichtung 281.210,00 Euro. Hinzu kamen 613.550,00 Euro für die Personalhäuser, die in erster Linie zur Unterbringung der etwa 60 Krankenschwestern einschließlich der Lernschwestern dienten. Bald stellte sich heraus, dass es dem DRK nicht gelang das Krankenhaus wirtschaftlich zu betreiben. Die Stadt Springe konnte die notwendigen hohen Zuschüsse nicht mehr tragen.
Bereits nach zwei Jahren Trägerschaft durch das DRK übernahm der damalige Landkreis Springe das Krankenhaus am 1. Juli 1964. Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform ging das Krankenhaus am 1. März 1974 in die Trägerschaft des neuen Landkreises Hannover über.
Als der Landkreis Hannover, der seinerzeit Träger von sechs Krankenhäusern mit einer Kapazität von damals rund 1.900 Betten war, 1976 seinen Beitrag zum Abbau des Bettenüberhangs leisten wollte, drohte dem Krankenhaus Springe als kleinstes Krankenhaus bereits die Schließung. Zunächst wurde am 31.12.1976 der Geburtshilfebereich geschlossen. Zu einer Schließung des gesamten Krankenhauses kam es dank dem Einsatz der Bürger und Medien nicht. Die drohende Schließung führte unter der Bevölkerung auch dazu, dass das Krankenhaus wieder besser angenommen wurde und so stiegen die Belegungszahlen und sicherten so den Erhalt des Klinikums. Ab 1980 wurde das Krankenhaus fortlaufen modernisiert. Beispielsweise wurde der OP-Bereich mit einer Klimatisierung und Schleusenbereich ausgestattet, die alle Anforderungen der Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen entsprachen. Darüber hinaus wurden neue Röntgen- und Laborräume mit allen notwendigen medizinischen Einrichtungen geschaffen. Der Erweiterungstrakt konnte 1982 in Betrieb genommen werden. Im April 1988 konnte nach einer Umbauzeit von etwas vier Monaten die Intensivstation in Betrieb genommen werden.
1995 wurde nach 18 monatiger Bauzeit ein neuer Funktionstrakt eingeweiht.
Im Jahr 2001 erhielt das Krankenhaus Springe den Niedersächsischen Qualitätspreis für Krankenhäuser und bewies so seine Leistungsfähigkeit.
Im Jahr 2004 stand erneut die Schließung zur Debatte. Durch Demonstrationen der Bürger, Unterschriftenaktionen und mit Gründung der „Klinikum Region Hannover GmbH“ entspannte sich die Lage. Die Aufgabe der neu gegründeten GmbH ist es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten die bestmögliche medizinische Versorgung der Menschen in der Region Hannover zu gewährleisten.
Im Jahr 2007 stellt die Küche im Springer Krankenhaus ihren Betrieb ein.
2011 Eröffnetet die zentrale Notaufnahme im Erdgeschoss des Krankenhauses.
Am 15. September 2015 erfolgte die Schließung.
Aktuell laufen Gespräche das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen.
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