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Design-Haus von Star-Regisseur Antonioni

Design-Haus von Star-Regisseur Antonioni

„La Cupola“, das legendäre Design-Haus von Star-Regisseur Antonioni und seiner Muse Monica Vitti, gilt als eines der faszinierendsten Architektur-Experimente der Nachkriegsmoderne.

Errichtet wurde die futuristische Betonkuppel um 1970 an der wilden Costa Paradiso im Norden Sardiniens. Das Bauwerk verschmilzt auf radikale Weise mit der rauen, rötlichen Felsenlandschaft und steht heute symbolisch für eine wegweisende Ära, in der Kunst, Kino und technische Utopie aufeinanderprallten. Ein revolutionäres Bauprinzip aus Luft und Beton. Der Entwurf für das spektakuläre Design-Haus stammt von dem visionären italienischen Architekten Dante Bini. Er nutzte für die Villa ein von ihm selbst entwickeltes und patentiertes Bauverfahren: die sogenannte „Binishell“. Die Technik: Eine riesige, elastische Kunststoffmembran wurde auf dem Fundament ausgelegt. Darauf platzierten Arbeiter die flüssige Betonmischung und die Stahlbewehrung. Mit massivem Luftdruck wurde die Membran wie ein riesiger Ballon aufgepumpt, solange der Zement noch feucht war. Nach dem Aushärten des Betons entstand eine makellose, selbsttragende Halbkugel ohne innere Stützen. Diese Methode sparte nicht nur enorm viel Zeit, sondern verlieh dem Gebäude auch seine organische, fast außerirdische Form. Um das Haus noch fließender in die Natur einzubinden, mischte Bini dem Beton Staub und Granulat der umliegenden rötlichen Inselfelsen bei. Ein Tempel der Liebe und des Kinos.

Für Antonioni, den Meister des intellektuellen Kinos („Blow Up“, „L’Avventura“), war das Haus ein privater Rückzugsort inmitten der unberührten Natur. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Hauptdarstellerin Monica Vitti verbrachte er hier die Sommerwochen, blickte durch die weiten Panoramafenster auf das tiefblaue Mittelmeer und lauschte dem Rauschen des Windes. Das Innere der Kuppel spiegelte die minimalistische, melancholische Ästhetik seiner Filme wider: Fließende Räume, eine geschwungene Treppe und raumhohe Fensteröffnungen machten die raue Küstenlandschaft zu einem Teil des Wohnraums.

Nachdem die Liebesbeziehung zwischen Antonioni und Vitti endete, verlor die Kuppel ihren Glanz. Über Jahrzehnte blieb das Anwesen unbewohnt und war den salzigen Winden, Vandalismus und dem Verfall ausgesetzt, wodurch es zu einem berühmten „Lost Place“ für Architekturbegeisterte wurde.

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